Entstehungsgeschichte des Agrarhistorischen Archivs

 

 

Wie in den meisten Firmen, so wurden auch bei uns im Haus, Prospekte und Unterlagen gesammelt um den Markt zu beobachten. Bei uns sammelten sich so über Jahre viele Unterlagen der verschiedensten Erzeuger und Großhändler an.

 

Ende der 80iger Jahre platzte unser Archiv schließlich aus allen Nähten und ich gab den Auftrag die angesammelten Unterlagen der 1960iger und 70iger Jahre zu entsorgen.


Zufällig bin ich bei der Räumungsaktion vorbei gekommen und ich habe die verschiedensten Prospekte bereits am Anhänger liegen gesehen. Bei diesem Anblick wurde mir sofort bewusst, dass dies keine einfachen Prospekte sind, sondern dass diese ein Kulturgut der Landtechnik sind. So gab ich sofort die Anordnung alle Prospekte wieder in das Archiv zurückzubringen. Meine Mitarbeiter schauten mich verwundert an und dachten sich bestimmt ihren Teil dabei. Ich begann noch am selben Tag mit dem ersten Sortieren und genaueren Sichten der Unterlagen.

 

Da es zu meiner beruflichen Tätigkeit gehört hat im Außendienst unterwegs zu sein, hatte ich des öfteren die Gelegenheit verschiedenste Betriebsstätten zu besichtigen. Bei einer Führung durch einen Handelsbetrieb in Südbayern wurde mir einmal ein Dachboden gezeigt auf dem unzählige Landtechnikunterlagen in Holzregalen lagerten. Bei näherem Hinsehen sah ich, dass diese Unterlagen aus den 1950iger/60iger Jahren waren, manche stammten sogar aus der Vor- bzw. Nachkriegszeit.


Ich fragte den Besitzer, ob er mir diese alten Unterlagen gegen Bezahlung überlassen würde und es kam zu einer Einigung. So fuhr ich insgesamt drei Mal nach Südbayern um alle Unterlagen nachhause zu bringen.

 

Da es nun immer mehr Unterlagen wurden, musste ich mir ein Ablagesystem überlegen und ich entwickelte ein Nummernsystem. Dieses Nummernsystem richtet sich grundsätzlich nach dem Jahreskreis der Bauern und wurde von mir immer wieder ergänzt, erweitert und verbessert. Ich bin heute in der Lage jeden gesuchten Beleg mit einem Handgriff zu finden. Das gelingt mir, obwohl mein Archiv mittlerweile an die 700.000 verschiedenste Belege enthält.

 

Auch bei Oldtimerausstellungen fallen mir immer wieder interessante Unterlagen in die Hände und ich lerne immer wieder andere Prospektsammler kennen. Mittlerweile hat sich eine rege Zusammenarbeit zwischen Prospektsammlern und mir entwickelt.

 

Im Jahr 2008 fand für mich ein wichtiger und großer Schritt in meinem Leben statt. Ich habe meine Firma an meine Tochter und an meinen Schwiegersohn übergeben. Ab diesem Zeitpunkt wurde mein Agrarhistorisches Archiv für mich immer wichtiger.

 

Heute präsentiert sich mein Archiv in zwei großen gefliesten, trockenen, beheizten Kellerräumen, unter ständiger Beobachtung der Luftfeuchtigkeit, damit die Belege nur ja keinen Schaden nehmen und für die Nachwelt gut erhalten bleiben.